Montag, 06. Mai 2019

Meister der Umwandlung: Aus Reststoffen wird Energie


CSU-Kreistagsfraktion besichtigt Fraunhofer UMSICHT - Zukunftsweisende Umwelt- und Energietechnik

Die CSU-Kreistagsfraktion um Fraktionssprecher Stefan Braun (6. von rechts) und Landrat Richard Reisinger (5. von rechts) besichtigte im Rahmen einer Fraktionssitzung das Institut Fraunhofer UMSICHT in Sulzbach-Rosenberg mit dem Leiter Marketing Frederik Betsch (7. Von links) und dem Leiter biologische Verfahrenstechnik Dipl.-Wi.-Ing. Fabian Stenzel (5. von links).

Sulzbach-Rosenberg. Anwendungsorientierte Forschung zum unmittelbaren Nutzen für die Wirtschaft und zum Vorteil für die Gesellschaft: Fraunhofer UMSICHT in Sulzbach-Rosenberg arbeitet seit 1990 an hochinnovativen Produkten und Verfahrenstechniken. Dabei steht der Gedanke eines nachhaltigen und schonenden Umgangs mit den zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen seit jeher im Vordergrund. Die CSU-Kreisräte machten sich nun im Rahmen ihrer jüngsten Fraktionssitzung zusammen mit Landrat Richard Reisinger vor Ort ein Bild von dem Betrieb und seiner Entwicklungstätigkeit.

Geht es um einzigartige Forschungsinnovationen, so denkt man wohl intuitiv zuerst an Entwicklungsstandorte in den USA wie dem Silicon Valley oder Boston, Fernost oder die europäischen High-Tech-Zentren. Dass jedoch in den Bereichen Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik hier im Landkreis-Amberg-Sulzbach, genauer bei Fraunhofer UMSICHT in Sulzbach-Rosenberg, weltweit in dieser Qualität einmalige Verfahren erfunden und getestet

werden, darüber staunten die Kreisräte der CSU-Fraktion nicht schlecht. "Als ich bei der Kooperationsunterzeichnung zwischen der Universität Birmingham und dem Fraunhofer UMSICHT Institut in Birmingham dabei sein durfte war ich mehr als beeindruckt von der starken internationalen Nachfrage von Unternehmern und Wissenschaftlern aus aller Welt. Jeder kannte die von Institutsleiter Prof. Andreas Hornung und seinem Team entwickelten Verfahren", erklärte Landrat Richard Reisinger zu Beginn des Besuchs.

Energieerzeugung und Recycling als Kernbereiche

Was genau es bei diesen besonderen Verfahren auf sich hat erfuhren die Kreisräte dann beim Rundgang durch das Sulzbach-Rosenberger Betriebsgelände. "Unsere Mission ist die Erzeugung von Energie und Rohstoffen aus einer breiten Palette an Abfällen," so Frederik Betsch, Leiter der Marketing-Abteilung. "In Sulzbach-Rosenberg forschen wir dabei an zwei Technologielinien: Einerseits stellen wir mittels des sogenannten Thermo-katalytischen-Reformings (TCR) aus biogenen Reststoffen Energieträger her. Andererseits haben wir eine neuartige Recycling-Methode für Verbundmaterialien wie Elektroschrott oder kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe entwickelt." Beim TCR-Verfahren wird Abfall-Biomasse wie Klärschlamm, Grün- oder Bioabfall, Gülle und Festmist im TCR-Reaktor behandelt, als Endprodukte entstehen ein besonderes Gas, Öl und Karbonisat. "Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig. Das Gas kann zur Strom- bzw. Wärmeerzeugung genutzt werden, das Öl als Antriebsstoff für Maschinen und Fahrzeuge und das Karbonisat als hochwertiger Bodenverbesserer oder als Ausgangsstoff für die Phosphorrückgewinnung", erklärt der Leiter der Abteilung biologische Verfahrenstechnik Dipl.-Wi.-Ing. Fabian Stenzel. Hervorzuheben ist dabei die weltweit einzigartige Qualität der in Sulzbach-Rosenberg hergestellten Produkte, die durch die jahrzehntelange Forschungsarbeit des Institutsleiters Prof. Hornung erreicht wurde. Damit wird eine kommerzielle Anwendung der Technologie erstmals möglich. Auch Fraktionssprecher Stefan Braun zeigt sich beeindruckt von den präsentierten Zahlen: "Bemerkenswert ist, dass bei voller Ausschöpfung der Potentiale des TCR-Verfahrens rund 17 Prozent des bundesweiten PKW-Kraftstoffbedarfs gedeckt werden könnten."

Leuchtturmprojekte mit großer Bedeutung für die Region

Die Fraunhofer-Gesellschaft beschäftigt deutschlandweit über 27.000 Mitarbeiter an 72 Standorten, unterhält weltweit Kooperationen und Projekte. Doch besonders auch die Bedeutung für den Landkreis ist immens, in Sulzbach-Rosenberg sind insgesamt 125 Mitarbeiter tätig, 1.700 m² an Technikumsfläche stehen zur Verfügung. "Besonders positiv ist, dass derzeit digitales Labor eingerichtet wird, das den mittelständischen Unternehmen in der Region als Partner und Testfeld in den Bereichen Energiespeicherung und Recycling dienen soll", unterstreicht Stefan Braun. Zudem läuft seit November 2018 der Bau einer Großanlage zur Produktion von Biokraftstoff aus Klärschlamm in der Gemeinde Hohenburg. "Die Anlage wird in der Lage sein, pro Stunde 500 kg getrockneten Klärschlamm in rund 50 Liter normgerechtes Biobenzin und Biodiesel umzuwandeln," erläutert Stenzel. Sie ist Teil des EU-Projekts "TO-SYN-FUEL", das von Fraunhofer UMSICHT geleitet und mit internationalen Partnern umgesetzt wird, was bis ins Jahr 2020 mit 14,5 Mio. EUR EU-Fördermitteln finanziert wird. Ziel des Projekts ist die Etablierung einer Prozesskette für einen lokal erzeugten, CO2-neutralen Kraftstoff aus biogenen Reststoffen.

Unterstützung durch lokale Politik

Wegen dieser enormen Bedeutung der Einrichtung sieht der Koalitionsvertrag der bayerischen CSU-FW-Landesregierung ausdrücklich eine Stärkung des Standorts vor und auch die Kommunalpolitik sagt weiterhin ihre aktive Unterstützung zu. "In Sulzbach-Rosenberg sind wir stolz darauf, dass sich so ein solch angesehenes Institut hier angesiedelt hat", betont Kreisrat und Sulzbach-Rosenberger Stadtrat Günter Koller. Landrat Richard Reisinger fasst zum Abschluss des Termins zusammen: "Umwelttechnik ist ein global nachgefragtes Phänomen. Einerseits hat die Thematik große Exportbedeutung, andererseits eine Impulswirkung für unsere Region. Da wollen wir vonseiten der Kreispolitik natürlich unter die Arme greifen und die nötigen Rahmenbedingungen schaffen."


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